Theater, Diversity und Urban Cultures / Rap for Peace Teil III

(„post“migrantische) Jugendkulturen als künstlerische und sozialkulturelle Herausforderung für den Theaterbetrieb und die Jugendarbeit in der vielkulturellen Stadt.
FACHTAGUNG April 2009
Theater Augsburg, Foyer III
Premiere RAP FOR PEACE III
25.04.2009 Theater Augsburg, Großes Haus
Veranstalter:
Interkulturelle Akademie, Theater Augsburg, Stadtjugendring Augsburg. In Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg/Fach Europäische Ethnologie und mit Unterstützung der Kulturpolitischen Gesellschaft
Nach den Tagungen „(Inter)Kulturelle Bildung und Jugendszenen als Herausforderung für den Kulturbetrieb und die offene Jugendarbeit in der heterogenen Stadt“ (2007) und „Urban Cultures: Kulturen in Bewegung: Jugendkulturen, Jugendhilfe, Schule und Kulturbetrieb“ (2008) der Interkulturellen Akademie Augsburg folgt nun anlässlich der Premiere der aktuellen Produktion des mehrjährigen Kooperationsprojekts „RAP FOR PEACE“ zwischen dem Theater Augsburg, dem Stadtjugendring und dem Kulturhaus Kresslesmühle, am 25. April im Großen Haus des Theaters die Tagung „Theater, Diversity und Urban Cultures – („post“migrantische) Jugendkulturen als künstlerische und sozialkulturelle Herausforderung für den Theaterbetrieb und die Jugendarbeit in der vielkulturellen Stadt.“ Beschäftigten sich die beiden Vorgängertagungen in 2007 und 2008 zunächst mit Fragen des demografischen Wandels, der Szene- und Jugendkulturforschung, neuen Ansätzen der Kulturellen Bildung und der Auseinandersetzung mit der Hip Hop Bewegung als Beispiel einer transnationalen Kultur und ihren lokalen Strategien in der heterogenen Stadtgesellschaft, so möchte sich die aktuelle Tagung auf die theoretischen Ansätze und die praktische Auseinandersetzung des Theaterbetriebs und der Einrichtungen der Jugendarbeit im Rahmen von jugendkulturellen Projekten aus dem Bereich von „urban culture“ Szenen auch unter Berücksichtigung von Diversity-Aspekten konzentrieren. Dabei sollen konkrete Projekte aus Deutschland vorgestellt und Erfahrungen ausgetauscht, Fragen gestellt und Perspektiven entwickelt werden. Dieser Austausch soll aber auch von theoretischen Beiträgen im Kontext der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Kunst und Kultur in der heterogenen Stadt begleitet und mit den damit verbunden Herausforderungen für das Theater und die Jugendarbeit in Zusammenhang gebracht werden.Im Mittelpunkt der Tagung werden dabei Themen stehen, wie sich die Theater und die Einrichtungen der Jugendarbeit im Umgang mit den komplexen Herausforderungen der heterogenen Gesellschaft zwischen Integrations-, Interkulturalitäts- und Diversity-Konzepten positionieren, ob die Projekte und Produktionen in diesem Arbeitsfeld lediglich temporären Charakter auf der Basis von zusätzlich finanzierten Sonderprogrammen haben, oder ob sich die Kulturinstitutionen künstlerisch, inhaltlich und strukturell nachhaltig öffnen. Zu diskutieren wird auch sein, ob Projekte dieser Art jeweils lediglich im Bereich der Theaterpädagogik und von „Integrationsmaßnahmen“ verortet sein sollen, oder aber zum „normalen“ Profil des Theater- und Jugendarbeitbetriebs gehören müssten. Thematisiert werden sollte auch sehr dezidiert, ob hierbei quasi reflexartig immer die Defizitfrage bei der „Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ im Mittelpunkt steht, oder aber die künstlerischen und sozialen Stärken von Jugendkulturen anerkannt und inkludiert werden sollten. Damit ist auch die Frage verbunden, was mit streetart-Kulturen geschieht, wenn sie kultur- oder sozialpolitisch instrumentalisiert werden. Ferner wird es um den Stellenwert von urban cultures in den Kunst- und Kulturszenen der modernen Städte und den Perspektivwechsel bei der Beurteilung von Migration und „neuer“ kosmopolitischer und „post“migrantischer Stadtgesellschaft gehen. Die Tagung wendet sich an Theatermacher, Akteure aus dem Bereich der Jugendarbeit und der Kulturellen Bildung, kulturpolitisch Interessierte, (Sozial)Pädagogen, Studierende aus dem Bereich der Kultur- und Sozialwissenschaften, Mitarbeiter in allen Einrichtungen Interkultureller Arbeit und an die interessierte Öffentlichkeit.Hansi Ruile, Kulturhaus Kresslesmühle, Interkulturelle Akademie
Tagungsprogramm
I. Einführung: Stadttheoretische, kulturpolitische und praxisorientierte Aspekte von Jugendkulturen“
Diversity und Urban Cultures in der heterogenen Stadt –
Eine Herausforderung für die Kulturpolitik
Susanne Stemmler
Haus der Kulturen der Welt, Programmleiterin Literatur, Gesellschaft und Wissenschaft
Bericht über das jugendkulturelle Projekt Gangway Beatz Berlin und die BronxBerlinConnection
Olad Aden
Gangway e.V. Verein für Straßensozialarbeit
II. Theater im Wandel – Ein Überblick und Praxisberichte
Interkulturelle Theaterprojekte –
Ein notwendiger Wandel in der Theaterpraxis
Dr. Richard Weber
plan b Kulturprojekte
Rap meets Oper – Oper meets Rap – Staatsoper Hannover
Ein Erfahrungsbericht aus der freien Szene
Sabine Busmann
Projektleiterin MusikZentrum Hannover
Rap meets Oper – Oper meets Rap – Staatsoper Hannover
Ein Erfahrungsbericht aus dem Theaterbetrieb
Eva Bessert-Nettelbeck
Staatsoper Hannover (Theaterpädagogik)
Heterogenität und Diversity im Kulturbetrieb –
Alibiprojekte oder interkulturelle Neuausrichtung –
Interkulturelle Theaterprojekte am jungen schauspielhannover
Barbara Kantel
Leiterin der theaterpädagogischen Abteilung des Staatsschauspiels Hannover und stellvertretende Leiterin der Jugendtheatersparte des Hauses.
Rap for Peace #3 – Tanztheaterprojekt
III: Integration und/oder Partizipation? – Kunst und Kultur, Jugendkulturen und Diversity
Integration und/oder Partizipation?
Zur Theorie und Praxis „post“migrantischer Kulturarbeit am Beispiel Ballhaus Naunynstraße
Shermin Langhoff
künstlerische Leiterin des Ballhaus Naunynstraße
Theater, Jugendkulturen und kulturelle Vielfalt –
Erfahrungen eines Künstlers
Nuran Calis
deutscher Theater- und Filmautor und -regisseur türkisch-armenisch-jüdischer Abstammung
Jugendkulturelle Praxis in Augsburg – Kulturpark West, Popkultur, Jugendkulturfestival Modular und RAP FOR PEACE
Peter Bommas
(Kulturpark West) im Gespräch mit Richard Goerlich, (Popkulturbeauftragter) und Helmut Jesske, (Geschäftsführer Stadtjugendring)
Wie offen sind die Kulturförderung und der Kulturbetrieb für Diversity und urban culture – Erfahrungen des Renegade Theatre
Zekai Fenerci
Produktionsleiter Renegade Theatre, künstlerischer Leiter Pottporus Festival
Gesellschaftlicher Wandel und Perspektiven für die Theaterarbeit
Thomas Laue
Chefdramaturg am Schauspiel Essen
Diskussionsforen
Diskussionsforum 1
Samstag 25. April 2009, 15.30 - 16.00 Uhr
Theater Augsburg, Foyer III
Diskussionsforum 2
Samstag 25. April 2009, 17.30 - 18.30 Uhr
Theater Augsburg, Foyer III
Diskussionsforum 3
Sonntag 26. April 2009, 11.30 - 12.00 Uhr
Theater Augsburg, Foyer III
Abschlussdiskussion
Sonntag 26. April 2009, 13.30 - 14.30 Uhr
Theater Augsburg, Foyer III
