Rap for Peace Teil I

Jugendkulturen, Kulturbetrieb und Jugendhilfe

Ein interkulturelles Tanzprojekt zwischen dem
Theater Augsburg, der Kresslesmühle und
dem Stadtjugendring Augsburg Herbst/Winter 2006

Nicht erst seit dem renommierten Dokumentar-Filmprojekt „Rhythm Is It!“ weiß man, dass man mit Tanz auf einer sehr direkten und emotionalen Ebene kommunizieren kann. Besonders im aktuellen Umfeld des Street-Dance in all seinen unterschiedlich ausgeprägten Stilistiken finden vielfach Jugendliche zu einem ganz eigenen überzeugenden, kreativen Ausdruck und einem neuem Selbstvertrauen. Indem man andere berührt, mit ihnen einen (Bühnen)Raum teilt, gemeinsam Schritte und Rhythmen probt, lassen sich Grenzen überwinden und Mauern verschwinden.

Nach vielen gemeinsamen Projekten zwischen dem Theater Augsburg und der Kresslesmühle einerseits und zwischen der Mühle und dem Stadtjugendring andererseits, war die Zeit reif geworden für die erste intensive künstlerische Zusammenarbeit von Akteuren aus diesen drei ganz unterschiedlichen Strukturen. Die Dynamik der interkulturellen Diskussion der letzten Jahre in der Stadt und die daraus entstandenen neuen konstruktiven Vernetzungen und Jugendprojekte tat ein Übriges dazu, um drei unterschiedliche Organisationen zusammen zu bringen. Besonders erfreulich ist es, dass Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Chance eröffnet wird mit professionellen Tänzern zusammenzuarbeiten. Damit ergeben sich für beide Seiten bei Rap for Peace völlig neue Erfahrungshorizonte.

Unter der künstlerischen Leitung von Daniel Zaboj vom Ballett-Theater-Augsburg entstand mit Tänzern, Rappern und Musikern aus den Jugendzentren Kosmos und K 15 mit Beteiligung von Mitgliedern des Balletts im Rahmen des "Festivals der 1000 Töne" die Tanztheaterproduktion Rap for Peace.

In der Kooperation zwischen Ballettprofis und Street-Dance-Tänzern, in die viele Themen einfließen konnten, mit denen sich die rund 30 teilnehmenden Jugendlichen, die meisten davon mit Migrationshintergrund, in ihrem Alltag auseinander zusetzen haben, ergaben sich gegenseitig anregende soziale und künstlerische Kontakte. Ausgangspunkt für das energetisch aufgeladene multikultige Tanzprojekt in Augsburgs kleinem Schauspielhaus sind kurze, bisweilen leicht „verrückte“ crime-& battle-stories, in die all die coolen Rapper und tollkühnen Hiphop-Tänzer verwickelt werden. Als schräge Kreuzung aus neugierig-dreisten Cartoonhelden und außerirdisch anmutenden Bewegungsfreaks mit mystischen Anziehungskräften mischen sich die drei Tänzer Ceren Yavan, Sandra Huber und Daniel Zaboj aus dem „Profilager“ schamlos ein in die faszinierende Welt des Street-Dance.

Veranstalter:
Theater Augsburg, Kresslesmühle und Stadtjugendring Augsburg